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Der Streik hat Wirkung

„Der Streik und die Urabstimmung haben gewirkt“, hat Charly Geibel, der Ehrenvorsitzende des DJV-Landesverbandes,den versammelten Redakteuren und Volontären im Stuttgarter Gewerkschaftshaus zugerufen. Geibel berichtete von den jüngsten Sondierungsgesprächen am Freitag zwischen den Gewerkschaften und dem BDZV. Bereits am Mittwoch habe es ein Sondierungsangebot der Baden-Württembergischen Verleger und des BDZV gegeben.

Nach Einzelgesprächen mit dem DJV und der DJU in Verdi wird es am Dienstag zu einem gemeinsamen Treffen kommen. „Das haben wir unserer gemeinsamen Kampfeskraft zu verdanken“, sagt Geibel. Ein Tarifwerk II sei für Baden-Württemberg vom Tisch. „Außerdem prüfen die Gewerkschaften die Einbeziehung der Onlineredakteure in den Tarifvertrag, um die Wildwestverhältnisse zu bekämpfen“, sagt Geibel. Sollte in der nächsten Woche, bei den nächsten Verhandlungen, keine Einigung auf Bundesebene erfolgen, dann seien die Baden-Württembergischen Verleger zu einem Pilotabschluss bereit. Gerd Manthey von der DJU ist vor allem über die Anzeige der Verleger in der Samstagsausgabe der Zeitungen verärgert: „Die Verleger können ihren eigenen Tarifvertrag nicht lesen, wenn sie von 4400 Euro Durchschnittsgehalt sprechen!“ Einsparungen seien in einem künftigen Tarifvertrag möglich, die Gewerkschaften strebten Reformen und eine zukunftweisende Tarifeinigung an, den Verlegern gehe es aber ausschließlich um Sparmaßnahmen.

Auch der Tarifsekretär Medien von Verdi, Matthias von Fintel, sagte: „Es wird immer schwieriger, gerade eine wirklich gute junge Generation von Zeitungsredakteuren aufzubauen.“ Er dankte dem stellvertretenden Nils Schmid (SPD) für die Ansprache an die Redakteure, äußerte jedoch auch Kritik an Zeitungsverlagen mit SPD-Beteiligung in NRW, die sich ebenfalls nicht verhandlungsbereit gezeigt hätten. Fintel stellte den Verhandlungsstand auf Bundesebene dar und sagte, dass sich die grobe Linie der Verleger nicht verändert habe. Aber auch die Gewerkschaften würden in ihrer Linie hart bleiben. „Wir bleiben dabei, wir wollen in dieser Tarifrunde auch Tariferhöhungen von vier Prozent erreichen“, sagte er. „Die Urabstimmungsphase ist die finale Eskalation einer Tarifauseinandersetzung!“

„Die Signale, die ihr mit eurem Urabstimmungsergebnis gesendet habt, zeigen erste Wirkungen!“ Da ist sich von Fintel sicher. „Und die Verleger zeigen sich druckempfindlich!“ Jetzt gehe es daran, den Verlegern klar zu machen, „dass sie mit ihren Angeboten euch überzeugen müssen.“

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

3 Gedanken zu “Der Streik hat Wirkung

  1. Gibt es auch noch einen kritischen Beitrag zu den Ereignissen im Gewerkschaftshaus? Irgendwas journalistisches?

    Verfasst von Uli Tangl | 25. Juli 2011, 23:19

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