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Der doppelte Kontext

Morgen, Donnerstag, setzt sich das SWR-Radio in seiner Sendung Kontext von 19.05 Uhr bis 19.20 Uhr (SWR2) mit dem Streik der Journalisten auseinander. Bereits jetzt zu lesen gibt es einen Artikel von  Kontext:Wochenzeitung. Josef-Otto Freudenreich arbeitet darin unter anderem die Ereignisse rund um die beiden Anzeigen von Redakteuren und Verlegern in der Samstagausgabe der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten auf.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

3 Gedanken zu “Der doppelte Kontext

  1. Mit der Bitte um eine Antwort:

    In allen überregionalen Blättern feierten „die Journalisten“ jeden einzelnen Reformschritt, von denen jeder ein Einschnitt in die sozialen Sicherungssysteme war. Kritiker wurden wahlweise in rechte oder linke Ecken verbannt. Nachzulesen ist das u.a. in der Zeit, im Spiegel und in der Stuttgarter Zeitung aus den Schröderjahren. Hartz4 wurde als soziale Integrationsmaßnahme begrüßt, Zeitarbeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Finanzmarktderegulierung als Wirtschaftsmotor gepriesen, europäische Ausgleichszahlungen wurden als ebenso alternativlos dargestellt wie die Erhöhung des Rentenalters.

    Gratulation, meine Damen und Herren,
    wir, die Leser, haben das alles geschluckt und sind nun mit Ihnen der Meinung, dass es das Wichtigste im Leben ist, eine Arbeit zu haben, auch wenn sie nur mit einem einzigen Euro pro Stunde entlohnt wird. Die Hauptsache für unser Selbstbewusstsein ist doch, dass wir alle mitwirken dürfen an der heilbringenden Produktionssteigerung. Da wollen wir doch gar nicht wissen, wem diese Produktion letztlich zugute kommt.
    Willkommen im selbstherbeigeschriebenen Prekariat!

    Verfasst von martha kaiser | 27. Juli 2011, 13:50
    • Vielen Dank, dass Sie „die Journalisten“ in Anführungsstrichen schreiben. Tatsächlich sind – auch in den Stuttgarter Zeitungen – viele Leitartikel erschienen, die die Hartz-IV-Reformen, die Senkung der Unternehmenssteuern und andere Versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln und die Sozialsysteme zu entlasten, begrüßt haben. Zugleich sind aber auch die Schattenseiten und Ungerechtigkeiten solcher Maßnahmen in Berichten und Kommentaren thematisiert worden; erinnert sei nur an zahlreiche große Beiträge von Stefan Geiger oder Christopher Ziedler (StZ). „Die Journalisten“ jetzt zu bezichtigen, sie hätten das Prekariat herbeigeschrieben, ist doch wohl ein pauschaler Vorwurf.

      Verfasst von streikblog0711 | 27. Juli 2011, 14:40
    • Auch Zeitungsredaktionen sind keine homogenen Einheiten. Sonst würden derzeit einhundert Prozent aller Tageszeitungsredakteure den Streik unterstützen.
      Diejenigen, die seinerzeit und bis jetzt den sozialen Kahlschlag begrüßt und herbeigeschrieben haben, sind eben jene, die auch jetzt brav die Zeitungsseiten füllen, obwohl das Gros ihrer Kollegen seit zehn Tagen ununterbrochen im Ausstand ist.
      Warum sie das tun? Aus ideologischen Gründen, falsch verstandener Loyalität oder eben weil sie „geschickter“ waren als andere und sich ein außertarifliches Gehalt erhandelt haben. Manche sind sogar mit einem Stück Kuchen oder einer Bratwurst vom Verleger als Lohn für die zusätzichen Mühen zufrieden!

      Verfasst von Petra Schöbel | 27. Juli 2011, 14:51

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