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Solidarität

Lieber klug als schnell

Der Betriebsrat des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim und die dortigen Vertrauensleute der IG Metall haben ihre Solidarität mit den streikenden Redakteuren ausgesprochen. Gerade dann, wenn es in ihrer Branche um Arbeitsplätze und Gehälter ginge, sei die Berichterstattung von Tageszeitungen wichtig. „Denn die Journalisten der Zeitungen hinterfragen die Pressemeldungen der Unternehmensseite. Die Redakteure hören und würdigen im Konfliktfall auch die Meinung der Beschäftigten und die des Betriebsrats“, schreiben der Betriebsratsvorsitzende  Wolfgang Nieke, sein Stellvertreter Karl Reif und der IGM-Vertrauenskörperleiter Roland Schäfer. Die Forderungen der Gewerkschaften für ihre Redakteure halten sie für gerechtfertigt. „Entgeltkürzungen und niedrige Einstiegsgehälter sind eine unmissverständliche Kampfansage an den Qualitätsjournalismus und die Interessen der Journalisten. Die Verleger gehen ohne Rücksicht auf Verluste vor. Auf die Sturheit der Verleger reagieren die Redakteure mit gelebter Demokratie und streiken.“

Auch der Verband Deutscher Schiftsteller (VS) Baden-Württemberg unterstützt die Aktionen. „Wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben ein großes Interesse daran, dass der Zeitungsjournalismus sein hohes Niveau behält. Aus Erfahrung wissen wir, dass geringe Entlohnung Mehrarbeit unter Zeitdruck zur Folge hat. Wer weniger verdient, muss mehr schreiben. Das raubt Zeit für Recherche und zum Nachdenken. Wir wollen jedoch Zeitungen, die sich fundiert über die Tagesaktualität hinaus mit den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen unserer Zeit beschäftigt. Wir appellieren an die Zeitungsverleger, Arbeit und Ansehen Zeitungsjournalisten nicht dadurch zu entwerten, dass die Einstiegsgehälter gesenkt werden. Zeitungsjournalismus verlangt Klugheit, nicht Schnelligkeit, Recherche nicht Gemeinplätze und dafür brauchen Journalisten Zeit durch angemessene Bezahlung ihrer Einzelleistungen“, heißt es in einer Erklärung.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

2 Gedanken zu “Lieber klug als schnell

  1. Das mag ja recht und schön sein. Wie aber kommen die Verlage auf die Idee, nur noch die halbe Leistung zu bieten, aber nach wie vor volle Gebühren zu erwarten. Bezahlen wir als Leser damit den Streik ? Deshalb: nichts wie weg mit den Abos, bis wieder für gutes Geld auch guite Leistung geboten wird

    Verfasst von foreigner | 29. Juli 2011, 14:25

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