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Ein wenig Bewegung, noch immer Begriffsstutzigkeit

Im Stuttgarter DGB-Haus hat die Landesstreikversammlung für Baden-Württemberg begonnen. Die Verhandlungsführer von DJU in Verdi, Matthias von Fintel, und DJV, Kajo Döhring, sowie die ebenfalls in der Verhandlungskommission sitzende Renate Angstmann-Koch (DJU in Verdi) aus Tübingen legten zu Beginn ihre Sicht der Dinge dar.

„Dass es zu diesen Verhandlungen kam, ist alleine euren Streiks zu verdanken“, sagte Matthias von Fintel zu den versammelten Journalisten. Trotzdem musste er entgegen anderslautender Berichte der Gewerkschafter in den vergangenen Tagen eingestehen: „Das Tarifwerk II ist noch nicht vom Tisch.“ Genaueres wusste von Fintel zu den Plänen der Verleger, das Gehalt der Neueinsteiger durch Streckung der Gehaltsstufen um 7,5 Prozent zu kürzen. Das Einstiegsgehalt solle zunächst um 13 Euro auf 3000 Euro erhöht werden. „Nach unseren Abrechnungen könnte man die 7,5 Prozent dann mit einer ersten Gehaltsstufe über sechs Jahre erreichen“, so von Fintel. Damit würde sich die Dauer der ersten Gehaltsstufe verdoppeln. Ab dem elften Berufsjahr soll auch im neuen Vertrag das Endgehalt erreicht sein, allerdings sei noch nicht klar, ob es dort auch Abstriche geben soll.

Auch der DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring sagte: „Die Rolle, die ihr hier spielt, ist ganz wesentlich.“ Die streikenden Redakteure in Baden-Württemberg hätten den Verlegerverband zu einem Richtungswechsel gezwungen. „Ich glaube, man kann sagen, dass wir sie auf unsere Schiene gebracht haben“, sagte Döhring. Er sei der festen Überzeugung, dass nun die Redakteure vorne lägen. „Das sieht man schon daran, dass wir die Urlaubspläne der Verleger zerschossen haben.“ Das sei ein klarer Erfolg des Drucks. Dank der Streiks könne man nun Licht am Ende des Tunnels sehen.

Renate Angstmann-Koch, die auch an den Sondierungsgesprächen mit den Vertretern des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) teilgenommen hatte, berichtete von „atmosphärischen Unterschieden“ bei den Verhandlungen in Hamburg. Der VSZV denke lösungsorientierter als die Kollegen auf Bundesebene. Knackpunkt seien für sie nach wie vor die Kürzungspläne bei den Berufseinsteigern. „Die Verleger haben sich ein wenig bewegt, aber sie haben noch immer nicht begriffen, warum uns dieser Punkt so wichtig ist.“

Foto: Achim Zweygarth

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

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