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Streikende einigen sich auf nächste Schritte

Die streikenden Redakteure und freien Journalisten in Baden-Württemberg haben sich am Nachmittag bei ihrer Versammlung in Stuttgart auf strategische Schritte für die Zeit bis zum nächsten Verhandlungstermin zwischen Verlegern und Gewerkschaften auf Bundesebene am Mittwoch, 17. August, verständigt. Einhellige Meinung unter den rund 400 Anwesenden war, dass die Streiks fortgesetzt werden müssen. Die Angebote des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger seien längst noch nicht akzeptabel, sondern lediglich weniger unverschämt als zu Beginn der Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr.

Zuletzt haben die Tarifparteien am Dienstag in Hamburg verhandelt. Dabei sind die Verleger den Redakteuren ein kleines Stück entgegen gekommen. Verleger und Gewerkschaften haben sich auf eine Öffnungsklausel verständigt, die vorsieht, dass es in Zukunft bei nachgewiesener wirtschaftlicher Notwendigkeit möglich sein soll, zur Vermeidung von Entlassungen die Arbeitszeit um 15 Prozent oder das Jahresgehalt bzw. das Urlaubsgeld befristet abzusenken.

Uneinigkeit herrscht weiterhin bei der Bezahlung der Berufseinsteiger. Die Verleger wollen über eine Veränderung der Jahresstaffel der Gehaltserhöhung nachdenken, die Berechnungen von DJU und DJV zufolge einer faktischen Gehaltkürzung um 7,5 Prozent gleichkäme. Die Gewerkschaften lehnen das strikt ab. Sie fordern zudem die Einbeziehung von Online- und Desk-Redakteuren in die Vergütungsgruppen. Ein Tarifwerk II in seiner ursprünglich angedachten Form scheint zwar vorerst vom Tisch zu sein, doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei diesem Thema nicht.

Geklärt werden muss auch noch, wie mit dem Versorgungswerk der Presse umgegangen wird. Angedacht ist eine Rentenversicherung, an der sich der Verlag mit einem Anteil von 2,5 Prozent des Bruttolohns beteiligen soll. Die Gewerkschaften fordern vier Prozent.

Außerdem bietet der BDZV zwei Einmalzahlungen in Höhe von 200 Euro und eine lineare Erhöhung des Gehalts um 1,5 Prozent. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von vier Prozent rückwirkend vom 1. August 2010 an. Für arbeiternehmerähnliche Freie bieten die Verleger eine lineare Erhöhung der Vergütungen von je zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012.

Im Vorfeld der nächsten Verhandlungen in 13 Tagen wollen die Streikenden der baden-württembergischen Tageszeitungen mit gezielten Aktionen Geschlossenheit und Kampfeswille demonstrieren. Ein Signal sendeten sie vor allem auch nach Bayern. Man gehe für einen Flächentarifvertrag auf die Straße. Die Beteiligung in anderen Bundesländern müsse noch stark zunehmen.

Die Pressemitteilung von Verdi ist hier nachzulesen. Die Kollegen Michael Steinert und Achim Zweygarth haben im DGB-Haus fotografiert.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

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