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Mein Kommilitone, der Werber

Eigentlich war für Daniel Gläßer, 1988 in Stuttgart geboren, immer klar, dass er in den Journalismus gehen wollte. Doch zuletzt ist der Student der Germanistik, Pädagogik und Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg etwas ins Grübeln gekommen. . .

„Und was willst du damit machen?“ Diese Frage begleitet mich durch die Semester wie die Eckdaten Walthers von der Vogelweide und die Gedanken Foucaults. Während Erwachsene meine Antwort auf die Frage meist mit einem interessierten Kopfnicken frequentieren, schüttelt ein Kommilitone dieser Tage nur noch den Kopf. „Vom Schreiben bin ich abgekommen, ich arbeite jetzt in einer Werbeagentur, weißt du?“.

Die Abkehr vom Schreiben –  genauer: vom Beruf des Journalisten – fiel ihm kaum schwer. 25 Prozent weniger Gehalt sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) für uns Nachwuchsjournalisten vor. Für ihn, der bereits Nachwuchs war, ist das ein Stückchen zu viel „weniger“.

Und für mich?

Ich erinnere mich an meine allerersten journalistischen Gehversuche: Praktikum bei einer Lokalen. Kaninchenzucht und Basketball. Freie Mitarbeit, die ersten Porträts und Reportagen. Seit vier Semestern: „Drei-Fach-Bachelor“. Semesterferien? Schreibzeit! Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit? 50 Stunden. Ich zahle drauf. Die Belohnung wird kommen, eines Tages.

Wie viel bin ich, ist meine Arbeit inzwischen eigentlich wert? Ein Volontariat, vielleicht.

Und danach? Ausgebildet doppelt und dreifach, droht Dreiviertelgeld – und mehr Arbeit.

Das Ergebnis der Vernunft: Kommilitone, du hast nicht Unrecht.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Mein Kommilitone, der Werber

  1. Dass man in Werbeagenturen besser verdienen soll, wäre mir aber neu….

    Verfasst von Melodie | 11. August 2011, 14:41

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