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Solidarität, Stimmungsbilder

Bsirske macht den Streikenden Mut

Mit einer Delegation von rund 60 Redakteuren, Volontären und freien Journalisten sind Mitarbeiter der Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung heute Vormittag nach Oberndorf am Neckar gefahren. Sie trafen dort auf Vertreter weiterer baden-württembergischer Tageszeitungen wie dem Mannheimer Morgen, dem Reutlinger Generalanzeiger oder des Schwäbischen Tagblatts, vor allem aber auf Kollegen des in Oberndorf ansässigen Schwarzwälder Bote, dessen Redaktion sich seit nunmehr 16 Tagen im Streik befindet. „Wir sind hier, um unsere Solidarität mit unseren Konzernbrüdern und -schwestern auszudrücken“, sagte stellvertretend Andreas Denner, Betriebsratsvorsitzender der Stuttgarter Nachrichten.

Wie die StZ und die STN sowie unter anderem auch die Süddeutsche Zeitung gehört der Schwarzwälder Bote zur Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH), ihre Tarifbindung ist aber von der Geschäftsführung um Richard Rebmann zum 1. März aufgekündigt worden. „Bis heute hat niemand aus der Konzernleitung mit uns gesprochen, nicht einmal Sondierungsgespräche fanden statt“, sagte der Gewerkschaftssekretär von Verdi, Uwe Kreft.

Höhepunkt der Kundgebung war der Besuch des Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske. „Das Verhalten der Geschäftsführung ist systematisch“, sagte dieser. Vielerorts werde die Flucht in nicht-tarifgebundene Gesellschaften  versucht oder vorbereitet, der Verlag werde damit aber nicht durchkommen. „Es freut mich zu sehen, wie viele Kollegen heute da sind um zu zeigen, dass wir den Rücken nicht krumm machen, sondern dagegenhalten.“ Zum laufenden Tarifkonflikt bei Tageszeitungen sagte Bsirske: „Die Verleger proben Willkür und Diktat statt Zusammenarbeit, sie zeigen Ressentiments und Ignoranz statt Wertschätzung.“ Damit würden sie die Entwertung des gesamten Berufsstandes riskieren. „Die Jagd nach mehr Rendite und Profit wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen.“

Das SWR-Fernsehen berichtet heute in der Landesschau aktuell Baden-Württemberg um 19.45 Uhr und 21.45 Uhr von Bsirskes Besuch in Oberndorf. Weitere Informationen zu den Auseinandersetzungen beim Schwarzwälder Bote gibt es im Streik-Bote und auf den Seiten von Verdi. Eine Diaschau mit Fotos des Tages folgt.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Bsirske macht den Streikenden Mut

  1. WDR-Senderverbandsvorstand: Solidaritätserklärung mit den streikenden Journalisten (10.08.2011)

    Wir, der Geschäftsführende Senderverbandsvorstand von ver.di im WDR bekunden unsere Solidarität mit den sich in Arbeitskampfmaßnahmen befindenden Kolleginnen und Kollegen an Tageszeitungen.

    Aus unserer eigenen Mitte wissen wir, wie sich die Arbeitsbedingungen enormverschärft haben. Arbeitsverdichtung führt zu immer größeren Belastungen, die zu Verlusten im Qualitätsjournalismus führen.

    Gerade weil wir einen guten Journalismus brauchen, der uns täglich mit unabhängigen Informationen und Meinungen versorgt, ist eine gerechte und faire Bezahlung bei guten Arbeitsbedingungen und Sicherheit des Arbeitsplatzes unerlässlich.

    Deshalb muss es eine Selbstverständlichkeit sein, die Kolleginnen und Kollegen für ihre gute Arbeit gerecht zu entlohnen und für sichere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Wir unterstützen die KollegInnen in ihrem Kampf gegen den Versuch der Entwertung ihrer Arbeitsplätze durch die Verschlechterung des Manteltarifvertrags.

    Wir wünschen den streikenden Kolleginnen und Kollegen all die nötige Kraft ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen.

    Der Geschäftsführende Senderverbandsvorstand von ver.di im WDR, Köln

    Verfasst von Frank Emonds-Mitglied im Landesfachbereichsvorstand 8 NRW | 12. August 2011, 16:35

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