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Aktionen, Stimmungsbilder

Die Zeitung auf der Donau

Am Mittwoch, 17. August, treffen sich Verleger und Gewerkschaften zur nun schon zehnten Verhandlungsrunde in Hamburg, um im Tarifkonflikt nach einer Lösung zu suchen. Und selbst Verleger melden sich inzwischen offen zu Wort und fordern einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss, zuletzt etwa Tilmann Distelbarth (Heilbronner Stimme) in einer gemeinsamen Erklärung mit Vertrauensmännern von Verdi und DJV. Grundlage der Verhandlungen soll demnach die so genannte Stuttgarter Sondierungslinie sein, auf die sich Gewerkschaften und südwestdeutsche Verleger bereits vor drei Wochen verständigt haben. Sie stellt für die Redakteure die Ergebnisse dar, die sie gerade noch zu akzeptieren bereit sind. Das Eckpunktepapier sieht unter anderem vor, Gehaltsstufen bei Neuredakteuren zu strecken, dies bei gleichzeitiger Erhöhung der Einstiegsgehälter und der Beibehaltung des Endgehalts. Auch in puncto Altersvorsorgung gab es eine Verständigung. Offen ist derweil noch die Frage der Gehaltserhöhung für bestehende Redakteure.

In vielen Bundesländern wird es parallel zu den Verhandlungen Kundgebungen geben. Die zentrale Veranstaltung findet in Essen statt. In Stuttgart präsentiert Joe Bauer hochklassige Musiker, den Regisseur Werner Schretzmeier und den Poeten Tobias Borke zur Streikshow auf dem Schlossplatz. Pünktlich zur womöglich entscheidenden Verhandlungsrunde haben sich auch die Redakteure in Hessen bei ihrer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen, dies mit einem Ergebnis von 98,7 Prozent (weitere Informationen bei Verdi).

In Neu-Ulm und Ulm haben sich heute (Dienstag) gut 250 Journalisten aus Bayern und Baden-Württemberg versammelt, darunter etwa 60 aus Stuttgart. Vom Petrusplatz in Neu-Ulm aus marschierten sie in Richtung Ulmer Marktplatz, auf einer Donaubrücke kam es zu einer symbolischen Abseilaktion. Motto: die Zeitung darf nicht baden gehen! In ihren Redebeiträgen warnten die Betriebsratsvorsitzenden der Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung, Andreas Denner und Stefan Geiger, die Verleger davor, den Kampfeswillen der Redakteure zu unterschätzen. Alfons Forster, katholischer Betriebsseelsorger in Ulm, übermittelte im Namen aller Kollegen der Diözese Rottenburg-Stuttgart seine Solidarität. Ein Land dürfe nicht nur dadurch zur Boomregion werden, dass seine Unternehmen und Konzerne an gerechten Löhnen sparen, sagte er.

Erste Fernsehberichte zur Aktion in Ulm haben Regio-TV und die Landesschau aktuell Baden-Württemberg bereits gesendet. Gegenüber dem SWR wollten sich die Verleger bezeichnenderweise nicht äußern. Weitere Impressionen des Tages folgen.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

Diskussionen

3 Gedanken zu “Die Zeitung auf der Donau

  1. flott 😉 Wir haben nun auch einen Text und eine schöne Bildergalerie online – nebst weiteren Links. Bis morgen und danke für Eure Unterstützung!
    Hier geht’s weiter: http://suedweststreik.wordpress.com/2011/08/16/die-zeitung-darf-nicht-baden-gehen/

    Verfasst von suedweststreik | 16. August 2011, 21:25

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