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Aktionen, Stimmungsbilder

Der Sound zum Verhandlungstag

Mit kräftigen Schlägen von Willi dem Trommler ist vor einer knappen Stunde die große Streikshow zum Verhandlungstag auf dem Stuttgarter Schlossplatz zu Ende gegangen. Unterstützt von den stimm- und wortgewaltigen Musikern und Poeten Stefan Hiss, Dacia Bridges mit ihrem Gitarristen Alex Scholpp sowie Toba Borke mit seinem Beatboxer Pheel stimmten die Redner Joe Bauer (Stuttgarter Nachrichten) und Bernd Riexinger (Verdi) Passanten und Streikende auf den Abend ein. „Wenn es nach den Verlegern geht, produzieren die Zeitungen bald nur noch miese Schlüssellochunterhaltung“, sagte Bauer. Die streikenden Redakteure und freien Mitarbeiter würden aber keinen „Unterhaltungsjournalismus für die Wartezimmer der Zahnärzte“ liefern wollen. Bernd Riexinger betonte, der Streik habe vollkommene Legitimität. „Wer bei solchen Forderungen der Verleger nicht auf die Straße geht, wird den aufrechten Gang nie lernen.“

Solidaritätsadressen gab es vom Daimler-Betriebsrat Tom Adler, der seinen Respekt und seine herzlichen Glückwunsche überbrachte, und von Werner Schretzmeier. Der Chef des Stuttgarter Theaterhauses, Regisseur und ehemalige Fernsehjournalist hatte seine Teilnahme aus familiären Gründen kurzfristig absagen müssen, ließ aber ausrichten, die Pläne des BDZV seien „eine Beleidigung für jeden, der eins und eins zusammenzählen kann“. Passend dazu steuerten Toba Borke und Pheel Argumente in Rap-Form bei, die Lieder des Akkordeonvirtuosen Stefan Hiss („Das Leben ist ein Rodeo“) hinterließen gute Schwingungen vom Großhirn bis zum Unterleib, und die in Detroit geborene Dacia Bridges lieferte den Soundtrack zu einem Sonnentag, wie ihn Stuttgart in diesem Sommer selten erlebt hat.

Kundgebungen hatte es an Mittwoch in vielen Teilen Deutschlands gegeben, in Essen sprachen der Verdi-Chef Frank Bsirske und sein DJV-Pendant Michael Konken. Selbst beim Springer-Verlag in Hamburg kam es zu einer Kundgebung mit mehr als 100 Teilnehmern.

Von den Verhandlungen aus Hamburg ist derweil bisher wenig Positives zu hören. Die Gewerkschaftsvertreter berichten von starrsinnigen Verhandlungspartnern auf der Gegenseite, die sogar bereits gemachte Zugeständnisse wieder in Frage stellen. Gerechnet wird in jedem Fall mit einer langen Runde. Aktuelle Informationen gibt es bei Verdi und DJV, Bilder des Tages und eventuelle Ergebnisse auch beizeiten bei uns.

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Über streikblog0711

Stuttgarter Journalisten im Streik

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