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Darum geht es beim Warnstreik am Montag (7.10.)

Ein Bericht aus der Verhandlungskommission:

Ohne Druck aus den Redaktionen gibt es keine Bewegung am Verhandlungstisch.
Mehr als enttäuschend verlief die zweite Runde der Tarifverhandlungen für RedakteurInnen an Tageszeitungen. Entgegen der Ankündigung am Ende der ersten Verhandlung hat Dr. Georg Wallraf (Verhandlungsführer BDZV), kein Konzept vorgelegt, wie sich die Arbeitgeber den von ihnen geforderten tariflichen Umbau vorstellen. Er machte auch kein Angebot für eine prozentuale Anhebung der Gehälter und Honorare. Schlimmer noch: Im Lauf der rund dreistündigen Verhandlung wurde deutlich, dass der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger (BDZV) einen Großteil der Mitarbeiter in den Redaktionen auf Jahre hinaus von Gehaltserhöhungen ausschließen will und zugleich weitere Abstriche im Manteltarif-vertrag und Veränderungen im Volontärtarifvertrag anstrebt.

Damit unterstrichen die Arbeitgeber einmal mehr, dass sie zum vierten Mal in Folge einen weiteren Abbau und ein Minus für die Redakteurinnen und Redakteure erreichen wollen. Denn Umbau nach ihren Vorstellungen bedeutet Minus.

Nach wie vor streben die Journalistinnen-Organisationen eine Gehalts- und Honorar-Erhöhung an, auch für die PauschalistInnen.

Nachdem der BDZV den Manteltarifvertrag zum Jahresende gekündigt hatte, fordert er Verhandlungen über ein „Gesamtpaket“. Doch statt seine Vorstellungen deutlich zu machen und zu beziffern, legte Dr. Wallraf in der zweiten Runde lediglich einen „Verhandlungsvorschlag“ zur „Regionalisierung des Gehaltstarifvertrages“ mittels eines Kaufkraft-Indexierungs-Modells vor. Das wäre eine Regionalisierung des Flächentarifvertrages – oder der Schweizer Käse in einem bislang einheitlichen Gefüge.

Maßgeblich für eine Tariferhöhung soll die Kaufkraft im Verbreitungsgebiet gemäß einem entsprechenden Index sein. 100 ist die Zauberzahl: Wer darunter liegt, erhält „null“, wer drüber ist, eine noch zu vereinbarende Gehalts- oder Honorar-Erhöhung. Dabei wird die durchschnittliche Kaufkraft in der Bundesrepublik als Grundlage genommen. RedakteurInnen in Verlagen, in deren Verbreitungsgebiet die Kaufkraft diesem Durchschnitt entspricht oder darunter liegt, sollen also keine Erhöhung über die Laufzeit des Tarifvertrages erhalten. Wo der Kaufkraftindex über dem Durchschnitt liegt, sollen die Gehälter um einen noch zu vereinbarenden Prozentsatz angehoben werden können.

Damit bliebe eine Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen auf der Null-Strecke, darunter auch diejenigen, die in Zeitungen arbeiten, die bundesweit vertrieben werden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ oder die die „FAZ“. Das lehnten die Gewerkschaften mit den Verhandlungsführern Frank Werneke (dju/ver.di) und Kajo Döhring (DJV) rundweg ab. Und bei dieser Ablehnung werden wir auch bleiben!

Zuletzt kündigte Dr. Wallraf für die nächste Verhandlungsrunde wieder einmal konkrete Vorstellungen und Zahlen zum „Gesamtpaket“ an. Trotz Ermahnungen der Gewerkschaften zu zügigen Verhandlungen sah sich der BDZV nicht in der Lage, vor dem 9. Oktober weiter zu verhandeln. Seine Gremien müssten erst ihr Votum abgeben.

In einem anschließenden Gespräch der beiden Verhandlungskommissionen waren sich die Gewerkschaftsvertreter einig, dass man ohne deutliches Zeichen nicht weiter kommt. Der Protest soll in den nächsten Wochen bundesweit organisiert werden. Eine erste gemeinsame Beurteilung am Verhandlungsabend der baden-württembergischen Vertreter von dju/ver.di und DJV ergab, dass zur nächsten Verhandlungsrunde am 9. Oktober beide Gewerkschaften auf einen zentralen Warnstreiktag in Baden-Württemberg orientieren wollen.

Ohne Druck aus den Redaktionen wird es keine Bewegung am Verhandlungstisch geben!

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