Die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt für Redakteure an Tageszeitungen am 20. Februar hat endgültig die Hoffnung zunichte gemacht, die Arbeitgeber könnten von sich aus den Redakteuren und freien Journalisten an Tageszeitungen ein Gehaltsplus gewähren, das den wachsenden Anforderungen des Berufes Rechnung trägt. Nachdem die Verleger in der ersten Runde überhaupt kein Angebot unterbreitet und vor allem über die Belastungen für die Unternehmen geklagt hatten, legten sie in Düsseldorf eine Offerte vor, die bei den Gewerkschaften (DJU/ DJV) Enttäuschung und Wut hervorrief.

Der Bund Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will die Journalisten mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent über eine Laufzeit von 30 Monaten abspeisen. Das läuft auf eine jährliche Steigerung des Gehalts von weniger als 1 Prozent hinaus, und die liegt deutlich unter der Inflationsrate. Das heißt: die Arbeitgeber wollen den Redakteuren erneut Reallohnverluste zumuten.

Die Stufen dieser Minimal-Tarifsteigerung ließen sie am Verhandlungstisch ebenso offen wie die verschiedenen Zeitpunkte der geplanten Erhöhungen. Dafür kalkulierten die Verleger bereits sieben Leermonate ein. Die erste Erhöhung soll nach ihrer Meinung nämlich erst am 1. August 2018 erfolgen. Noch dazu wollen sie das Erreichen höherer Gehaltsstufen von Weiterbildungen und der Übernahme neuer Aufgaben abhängig machen.

Dieses Angebot ist eine Provokation.

Trotz mehrfacher Aufforderung der Gewerkschaften waren die Arbeitgeber nicht bereit, ihr Angebot nachzubessern. Sie sahen auch gar keinen Grund die Verhandlungen zu beschleunigen. Stattdessen verwiesen sie darauf, bisher nur wenig Zeit zur Vorbereitung der Tarifrunde gehabt zu haben. Dabei ist natürlich auch Ihnen bewusst gewesen, dass der Tarifvertrag ausläuft. Der BDZV spielt also wieder auf Zeit.

Drückt sich so Wertschätzung für die Arbeit der Kollegen oder Respekt vor ihrer Leistung aus?

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